Brennstoff – Schlag auf Schlag
VÖ: voraussichtlich Juli 2017 via KB Records

„… Wenn euch der Arsch auf Grundeis geht, die Panik in den Augen steht,
Mütter vor Entsetzen schreien, Väter um die Töchter weinen,
dann ist es wieder mal so weit, vorbei ist nun die Wartezeit,
noch nicht genug, das war doch klar, die Jungs von Brennstoff sind wieder da!…“

2015 war ein sehr turbulentes Jahr, in dem sich das Bandkarussell ordentlich gedreht hat. Mittlerweile ist das Ensemble aus dem Südwesten der Bundesrepublik als Quartett unterwegs und von der Ursprungsbesetzung aus dem Gründungsjahr 2011 steht sechs Jahre später nur noch Frontmann Thomas auf der Bühne.

Bandbesetzung:
Thomas – Gesang/ Texte
Tobi – Schlagzeug
Sven – Gitarre
Andi – Bass

Ende April diesen Jahres waren die Musiker im Studio in ihrer Heimatstadt St. Ingbert, der fünft größten Stadt im Saarland, um ihr viertes Album Schlag auf Schlag aufzunehmen. Die neue Platte von Produzent Nicolas Kunz, ist die erste, die von Pascal Gaspard und seinem Label KB Records vertrieben wird.

Discografie:
Kostprobe (Demo/ Juli 2013/ Eigenregie)
Feuer fürs Benzin (März 2014/ Eigenregie)
Aufstieg und Neuanfang (Januar 2016/ Eigenregie)

Stilistisch bewegen sich die Saarländer vom typischen Deutschrock weg, nicht aber von ihrem ehrlichen und kompromisslosen Auftreten. Schnell wird auch der Einfluss des neuen Gitarristen Sven, der zusammen mit Thomas das Album geschrieben bzw. komponiert hat, hörbar. Jetzt läuft es so, wie es laufen soll- angekommen im Streetcore.


Tracklist:

  1. Intro
  2. Für Dich
  3. Noch Immer
  4. Böse Jungs
  5. Ein letztes mal
  6. Was uns verbindet
  7. Auf all die Jahre
  8. Schlag auf Schlag
  9. Mein Freund
  10. Unverändert feat. Fabian Hellenbock
  11. Saargebiet

In den ersten 1.47 Minuten ist Sänger Thomas völlig außen vor, denn zum Einstieg gibt es ein rein instrumentales „Intro“.

Nachdem sich die Musiker warm gespielt haben, gibt’s direkt was in die Fresse! Der Song „Für Dich“, vom Titel her schön verpackt, geht an alle arroganten Wichser und Arschlöcher, die nichts besseres zu tun haben, als sich selbst durch Unterstellungen und Lügen ins bessere Licht zu rücken. Bereits im ersten Song wird richtig Tempo aufgenommen und auch wenn hier der Gesang im Vordergrund steht, verdrängt Thomas aber keineswegs das Instrumentenspiel seiner Bandkollegen.

„Noch Immer“ knüpft an den Song „Wir sind zurück“ vom Vorgängeralbum aus dem letzten Jahr an, als die Band mit Aufstieg und Neuanfang ein zweites Kapitel aufgeschlagen hat. Da sind sie wieder: mit neuen Noten und neuen Liedern, noch immer laut und noch lange nicht die Schnauze voll!

Ich liebe den balladenhaften ja fast schon melancholischen Beginn vom vierten Song. Die Ruhe ist allerdings nach knapp 40 Sekunden vorbei und Andi gibt am Bass den Startschuss für das eskalieren der „Bösen Jungs“. Besoffen und gestört, tätowiert und asozial- wer liebt diese Mischung nicht? Vielleicht die ganzen Discofotzen- auf die wir sowieso verzichten könne. (Danke, jetzt hab ich ein neues Lieblingswort 😀 ).

Schonungslos direkt und unverblümt geht es weiter. „Ein letztes mal“ stellt klar, das man immer zu erst seine eigenen Interessen verfolgen und sich nicht verändern soll. Wer sich im Regen wohl fühlt, braucht keinen Sonnenschein- mal drüber nachgedacht? Insgesamt ein sehr stimmiger Song: sowohl rhythmisch und musikalisch als auch gesanglich.

Mit 4.07 Minuten kommt zur Halbzeit der längste Song auf dem neuen Album. „Was uns verbindet“ ist die gleiche Leidenschaft: die Liebe zur Musik! Lange Nächte und verrückte Partys und natürlich viele neue Freunde, der Lohn für all die Strapazen, die eine Band im Laufe der Zeit auf sich nehmen muss: beispielsweise über 800 km oder 11 Stunden Fahrtzeit für einen 45 Minuten Slot – die Dankbarkeit und der Spaß der Fans entschädigt alles, im Endeffekt liegt der Unterschied nur darin, dass die einen auf und die anderen vor der Bühne stehen.

„Auf all die Jahre“ blickt zurück auf das, was die Musiker als Gemeinschaft bereits alles hinter sich haben und ist natürlich auch Ansporn auf das, was in Zukunft noch kommt. Für die Szene, für den Kult- ändern wollen sich Brennstoff auf keinen Fall und das versichern sie mit diesem Titel.

„Schlag auf Schlag“ geht’s weiter: angepisst von dieser Welt, prangern die Jungs mit Track N° 8 u.a. die mangelhafte Berichterstattung der Presse sowie fehlende Werte wie Moral und Respekt an. Mit einer Skrupellosigkeit, die manch einer heutzutage an den Tag legt, muss man sich ernsthaft fragen, wer am Ende gewinnen wird und wer die großen Verlierer sind?!

Ein Song über Freundschaft darf auf einem Brennstoff Album auf keinen Fall fehlen, und so wurde mit „Mein Freund“ eben eine solch typische Hymne geschrieben.

Der vorletzte Titel „Unverändert“ wurde zusammen mit Gastsänger Fabian Hellenbock von der Band Restrisiko aufgenommen. Nach einem kurzen instrumentalen Einstieg und einer schnellen ersten Strophe setzt direkt ein markanter Refrain ein, gefolgt von Fabians Gesangspart. Stimmlich tief gehalten ist die Up Tempo Nummer garantiert einer der Favoriten vom kommenden Album.

Zum Schluss folgt mit „Saargebiet“ noch eine Ode an die Heimat.


Fazit:
Wer braucht schon den Koloss von Rhodos, wenn man- wie ich- einen „Gott“ aus Fleisch und Blut haben kann. Ich kann es nicht oft genug sagen: ich liebe den unkomplizierten Austausch und die freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem sympatischen Koloss von Brennstoff.

Schlag auf Schlag – eine stetige Entwicklung und Steigerung nach oben, da ist es nur die logische Konsequenz, dass die Band endlich unter einem Label arbeiten und veröffentlichen kann.

Bereits gut zwei Monate vor Release durften wir in das neue Album der Musiker reinhören, und können jetzt endlich auch das Review dazu veröffentlichen, vielen Dank an dieser Stelle für das Vertrauen, was ihr uns entgegen bringt!

Saarlands Söhne sind zurück (und das ist auch gut so)!
Perli
AGF- RADIO

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