Eisbrecher – Sturmfahrt
VÖ: 18.08.17 via RCA Deutschland


Alle Mann an Bord! Der Kapitän und seinevier Matrosen stechen wieder mit ihrer Band Eisbrecher in See und gehen auf große Fahrt.

Sturmfahrt heißt ihr neues Album und der Name ist Programm. Es erwartet uns ein wahrhafter Sturm aus Sound und neuen Eindrücken auf eine Art und Weise, wie nur sie es können.

Mannschaft:
Alex Wesselsky (Vocals)
Noel Pix (Guitar, Producer)
Jürgen Plangger (Guitar)
Rupert Keplinger (Bass)
Achim Färber (Drums)


Tracklist:

  1. Was ist hier los?
  2. Besser
  3. Sturmfahrt
  4. In einem Boot
  5. Automat
  6. Eisbär
  7. Der Wahnsinn
  8. Herz auf
  9. Krieger
  10. Das Gesetz
  11. Wo geht der Teufel hin?
  12. Wir sind Rock’n’Roll
  13. D-Zug
  14. Das Leben wartet nicht

Ohne Intro aber mit einer kleinen Einleitung geht es direkt nach den ersten Textzeilen los- und das mit Vollgas! „Was ist hier los“? ist die Frage, die sich wohl in dieser Zeit sehr viele Menschen in unserem Land stellen. So kritisch wie der Text, ist auch das vorab erschienene Video, in dem es nur so vor unterschwelligen Andeutungen und Parodien gegen unsere Politik so wimmelt.

VIDEO

Der nachfolgende Song „Besser“ ist eine Hymne über den Hass auf alle Exfrauen, -männer, -freunde, -freundinnen und wer es sonst noch verdient hat. Packt eure Sachen und verschwindet einfach und geht uns aus dem Weg!

Nummer 3 ist der Titelsong, eine offene Einladung an uns alle: gebt eurem Willen nach und geht mit Eisbrecher zusammen auf die „Sturmfahrt“– ohne Rückkehr!

Im nächsten Titel wird das Tempo etwas raus genommen, wodurch der Text noch besser zur Geltung kommt. Er erzählt uns die Geschichte, dass wir alle „In einem Boot“ sitzen. Umgeben von schwarzem Meer und keiner weiß, wo wir sind.

Düsterer und mehr Geltung für die Elektroelemente in ihrem Sound geht es bei „Automat“ zur Sache. Die Musiker geben sich quasi als Spielball unserer Fantasie hin, mit dem wir machen können, was wir wollen, und der uns alle Wünsche erfüllt.

Mit „Eisbär“ hat die Band ganz tief in den Plattenschrank gegriffen, sie liefert uns hier ein Cover vom alten Klassiker der Band Grauzone. Der harte Rocksound wird in diesem Stück mal beiseite gelegt, um es uns in einem Gewand aus Elektrosounds zu präsentieren.

Wieder zurück mit geilem E-Gitarrensound geht es weiter mit „Der Wahnsinn“. Hier konfrontieren sie uns mit all den Gefühlen, Empfindungen und Verrücktheiten, die man in solchem Zustand empfindet.

 „Herz auf“ ist ein Song über die Empfindungen bzw. die Gefühle wenn man an jemandem hängt, aber diese Person entweder nicht kann oder nicht will. Auch wenn sie nichts mehr hat oder geben will, versucht man doch alles, um bei ihr bleiben zu können.

Unter Sirenengeheul stürzen sich Eisbrecher mit dem Track „Krieger“ auf uns. Sie geben uns den Mut, um zu verstehen, dass wir uns gegen die Unterdrückung zu Wehr setzen sollen um uns dagegen zu erheben.

Lied Nummer 10 liefert eine perfekte Umschreibung für „Das Gesetz“. Voller Gegensätze kommt es irgendwann doch zu uns allen, um uns zu fangen und unseren Rahmen zu sprengen.

Als ich das erste Mal „Wo geht der Teufel hin?“ hörte, war ich doch etwas verstört. Ruhig startet der Song und steigt aber im Text ziemlich hart ein. Mit diesem Gegensatz steht man dann die erste Strophe erstmal da, bis im Refrain dann die Auflösung kommt. Die Nummer befasst sich mit einer Frage, die man sich eigentlich so nicht stellen kann, weil normalerweise niemand in diese Richtung denkt. Hat man sie dann aber gehört, beschäftigt sie einen doch eine ganze Weile und lässt auch so schnell nicht ab: „Wo geht der Teufel hin wenn er weint?“

Nach dieser doch sehr nachdenklichen Nummer treiben wir wieder in die gewohnte Richtung. Mit „Wir sind Rock´n´Roll“ liefern uns die Musiker eine Hymne über ihren Way of life. Dem ganzen kann ich mich auch anschließen, denn so wie es in dem Lied beschrieben wird, lebe auch ich zum Großteil mein Leben, und damit werden sich auch auf jeden Fall noch viele mehr identifizieren können.

Der vorletzte Track „D-Zug“ ist eine weiter Umschreibung ihrer Lebensweise. Wie gewohnt mit Vollgas geht es immer weiter geradeaus und an Bord tobt sich überall in jedem Abteil der Wahnsinn in unterschiedlichster Form aus.

Die letzte Nummer ist ein Song, der einen aufbaut, wenn man am Boden ist. Die Band reicht uns einen Funken Hoffnung, um wieder aufzustehen und den Weg weiter zu gehen. Denn wie schon der Titel des Songs sagt: „Das Leben wartet nicht auf dich“.


Fazit:
Sturmfahrt ist, um es mit einem Wort zu beschreiben, einfach nur Wahnsinn. Es ist das, vom Sound und Text her, definitiv gewaltigste und stärkste deutschsprachige Album, welches dieses bis dato Jahr erschienen ist.

„Wir sind alles, was ihr haben wollt.
Wir machen alles, was ihr lassen sollt.
Von allem anderen haben wir die Schnauze voll.
Wir sind alles, Wir sind Rock´n´Roll…“
Dor Alex
AGF- RADIO

 

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