Die angefahrenen Schuklinder – Destroy Kill Fuck Tour
am 08.12.2017 in  Sieveringen


Worauf hab ich mich hier nur eingelassen ?!?!

Das war der Satz, der mir an diesem Tag nicht nur einmal in den Sinn kam. Das erste Mal schoss er mir in den Kopf, als ich bei meiner Anreise auf einmal mitten in einen Schneesturm hineingeraten war. Und als wenn das noch nicht genug gewesen wäre, steckte ich vorher auch noch gut eine Stunde im Stau fest. Durch all das Chaos und einige anderen Ärgereien, die ich ertragen musste schaffte ich es natürlich nicht pünktlich bei der Veranstaltung zu sein und kam erst über eine Stunde nach Beginn an.

Ich stolperte quasi mitten in der Show in die Halle rein und als allererstes schoss mir gleich wieder wieder mein Leitspruch für diesen Tag in den Sinn: „Worauf hab ich mich hier nur eingelassen ?“ Ich stolperte mitten in eine Karnevalsvorstellung hinein- so dachte ich bei mir. Als gelernter Ossi tu ich mich mit der Beschreibung solcher Gauklereien nämlich ein wenig schwer, weil ich mit sowas normalerweise nichts zu tun habe. Dennoch werde ich mir alle Mühe geben, euch den Abend bestmöglich wieder zu geben.

Da kam ich also an, als eine Art von Zaubereivorführrung gerade zu Ende war. Da ich leider den Anfang verpasst hatte, verstand ich den Witz daran natürlich nicht, dem Publikum aber schien das ganze mehr als gut gefallen zu haben und unter großem Gelächter wurde die Nummer gewürdigt. Es folgte der Auftritt eines „Gastes“ der sich als Vorsitzender eines Komitees oder Vereins, dessen Namen ich leider nicht verstanden habe, entpuppte.


Er ging direkt ins Publikum und zog erst einige der altbekannten Späße ab, die man halt so direkt mit oder über die Leute im Publikum macht. Anschließend wurde ein mir unbekanntes Lied angestimmt, wo im ersten Moment nicht so wirklich die gewünschte Stimmung aufkommen wollte. Aber nach einigen Aufforderungen kam endlich etwas Leben unter die Meute und die Nummer ging mit der Zufriedenheit aller zu Ende. In der darauffolgenden Pause konnte ich mich wieder etwas sammeln und auf das vorbereiten , was danach kam.

Denn das traf dann nämlich auch meinen Humor und sollte den Abend auch für mich zu einem Highlight werden lassen. Ein kleiner Tipp von meiner Seite aus: der folgende Absatz wird sehr viel Sarkasmus, Ironie und Humor enthalten, also nehmt ihn bitte nicht ganz so ernst. 🙂

Es ging direkt los mit einem weiteren Stargast: ein bekannter Violinist wurde extra für den Abend engagiert, der eines seiner größten Stücke zum Besten geben sollte. Er betrat die Bühne, musste aber, bevor er loslegen konnte, noch einiges vorbereiten: die üblichen Sachen halt wie Instrument auspacken, Mikrofon ausrichten etc. Aber es gab da auch noch etwas, das mich stutzig machte: es wurde ein zweiter Mikrofonständer samt Mikro installiert, was auf sein Hinterteil eingestellt wurde. Und kurz bevor der Künstler loslegte, holte er noch eine ziemlich große Konservendose hervor, aß daraus etwas und verstaute sie wieder.


Endlich ging es dann auch los und mir wurde direkt klar, dass dieser Musiker NICHT für sein Spiel am Instrument berühmt geworden ist. Ich sage es mal so: Blähungen in einer derart melodischer Form herauszubringen, soll ja auch für manche eine Kunstform sein und in dieser scheint der gute jedenfalls ein Meister zu sein.


Nachdem die Sinfonie seiner Darmwinde vorbei war, ging es Gott sei Dank wieder etwas gesitteter zu und es kam der Moment auf den alle gewartet hatten.

Die angefahrenen Schulkinder machten die Ankündigung, dass das Niveau jetzt endlich noch weiter nach unten geschraubt werden sollte. Das Publikum war überglücklich darüber und es folgte ein Song mit jeder Menge Weisheiten über das Leben mit einem kleinen Penis. Überraschenderweise hieß das Lied auch „Kleiner Penis“.


Es folgte ein Lied in dem uns die Vorteile der Eigenurintherapie näher gebracht wurden. Besonderes Highlight hierbei war eindeutig das Gurgelsolo, natürlich auch aufgeführt mit Eigenurin- versteht sich von selbst.


Etwas zahmer ging es weiter mit einer Hymne über die wichtigste Mahlzeit des Tages: das Frühstück. Nach ein paar weiteren Songs und Weisheiten aus dem Leben sollte dann auch der Höhepunkt des Abends folgen. Denn für das folgende Lied wurde nicht nur ein Stargast sondern gleich zwei Stargäste verpflichtet. Der Erste war niemand Geringeres als Peter Maffay und der Zweite war der legendäre Udo Lindenberg.


Gemeinsam gaben sie ihren Song „Lass es sein“ zum Besten, bevor ein etwas trauriges Stück folgte. Es erzählte die Geschichte von Heaven, einem ihrer Bandmitglieder. Der Arme ist nämlich in einer Pudelzucht aufgewachsen und das war für ihn wohl alles andere als ein Vergnügen. Es sollten noch ein paar Nummern folgen, an die ich mich aber leider nicht mehr so ganz erinnern kann, weil ich viel zu sehr damit beschäftigt war, mich kaputt zu lachen. An den Schluss kann ich mich aber glücklicherweise noch sehr gut erinnern, denn die Musiker wollten noch eine letzte Nummer, ganz ohne Instrumente aber dafür mit vollem Einsatz ihrer Körper, auf der Bühne vorführen. Die ersten zwei Strophen von dem Song klappte das auch, aber danach mussten sie das Vorhaben leider abbrechen,

denn witziger Weise waren sie sich nicht mehr einig bzw. wussten nicht mehr wie der Text von dem Lied weiterging und mussten nach so einer peinlichen Lachnummer die Bühne dann räumen.

Im Anschluss passierte dann auch nicht mehr viel, so dass ich mich in mein Hotel zurück zog, um den Abend nochmal Revue passieren zu lassen und an meinen Leitspruch: „Worauf hab ich mich hier nur eingelassen?“ zu denken.

Vielen Dank an Sven für die Zusammenarbeit und die Einladung für dieses doch eher ungewöhnlich, aber voll meinen Geschmack getroffene, Event.

Dor Alex
AGF- RADIO