Schlussakkord – Spieler oder Bauer
Vö: 16.02.2018 via MetalSpiesser

„…Neue Lieder für das Land!…“

Das lange Warten hat ein Ende: Mental Hospital ist endgültig Geschichte und Schlussakkord sind endlich mit ihrem neuen/ ersten Album bei uns angekommen. Die fünf Thüringer Jungs geben sich mit ihrem neuen Namen bald auch aus den Boxen in eurem Wohnzimmer die Ehre und werden sie auch garantiert so schnell nicht mehr verlassen.

Besetzung:
Christopher – Gesang
Denny – Schlagzeug
Andreas – Gitarre
Rico – Gitarre
Richard – Bass


Tracklist:

  1. Intro
  2. Vom Anfang bis zum Schlussakkord
  3. Spieler oder Bauer
  4. Leere Worte
  5. Komm schon
  6. Halt die Fresse
  7. Dein Untergang
  8. Hallo Welt
  9. Schwarze Schafe unter Schlangen
  10. Wir bleiben stehen
  11. Glut und Feuer
  12. Zu schön zum abgewöhnen

Das gar nicht so gewöhnliche „Intro“ zu Beginn lässt einen zunächst vermuten, dass es um einen Wildwestfilm geht, aber nachdem dann die E- Gitarre einsetzt, wird schnell klar, dass hier keine Revolverhelden im Anmarsch sind, sondern eine Rockband, die es verdammt Ernst meint!

Nach den ersten Akkorden schallt uns dann auch das erste große Statement der Band entgegen:

„Wir sind zurück, könnt ihr uns sehen?
Wir reißen alles ab und lassen wieder neu entstehen!“

Der Slogan, mit dem die Band nach ihrer eigenen Neugründung auf sich aufmerksam macht und sich auf den Brettern der Musikwelt zurückmeldet. „Vom Anfang bis zum Schlussakkord“ macht gleich mal klar, in welche Richtung das Album geht und gibt auch direkt zu verstehen, wohin der Weg für die Jungs jetzt gehen soll.

„… Ein Stück von uns in jedem Ton, in jedem Wort,
gehen wir diesen Weg mit euch vom Anfang bis zum Schlussakkord!“

Schon früh kommt kommt der Punkt auf den ich mich auf dieser Platte am meisten freue: mein persönlicher Favorit und auch der Titelsong des Albums „Spieler oder Bauer“. Bereits im Sommer konnten wir dieses Stück auf der erschienenen G.O.N.D. EP bewundern. Die Botschaft in diesem textlich sowie musikalisch stärksten Song ist ganz einfach zu verstehen: in dieser Welt, diesem Land oder wie man das auch immer sehen will, hat man immer eine Wahl, hinterfragst du, was geschieht oder glaubst du alles, was du hörst oder liest. Gehst du deinen eigenen Weg oder lässt du dich von anderen in eine Richtung zwängen, bist du Spieler oder bist du Bauer?

Weiter geht es mit einem Song gegen alle Dummschwätzer und solche Artgenossen, die einfach nicht wissen wovon sie reden. Sie labern und labern aber am Ende kommt dann der Punkt, wo jeder merkt, dass sie nichts bewegen bzw. verändern können. Es sind eben alles doch nur „Leere Worte“.

In „Komm schon“ reichen uns Schlussakkord noch einmal wörtlich die Hand, um uns auf ihren Weg, die Welt zu erkunden und endlich die Fesseln des Alltags abzustreifen, mitzunehmen.

Düster angehaucht und mit einer ordentlichen Portion Abneigung geht es mit „Halt die Fresse“ weiter. Hier wird klar Position bezogen und die Musiker zeigen eine deutliche Absage gegen alle Formen von Hass und Extremismus, egal ob von links oder rechts, sowie Hetzereien, die hier in unserer Welt leider immer noch viel zu häufig vor kommen.

„Große Fresse, keinen Plan,
ihr könnt alle zur Hölle fahren.
Parolen nur aus einer Sicht,
mehr als schwarz und weiß,
das seht ihr nicht!…“

„Dein Untergang“ ist eine doch ziemlich eindringliche Warnung, dem Leben nicht einfach seinen Lauf zu lassen. Es zeigt uns, wo das hinführen könnte und wo aber auch der Ausweg daraus liegt.

Das im folgenden Track beschriebene Gefühl kennt bestimmt jeder: man ist jeden Tag im immer wieder gleichen Trott der Arbeit gefangen, hat aber einfach keinen Bock mehr auf immer nur das Gleiche bis irgendwann das Ende kommt. Da verspürt man schon gerne den Drang einfach mal laut „Hallo Welt“ zu schreien und zu gehen um dem ganzen Einheitsmist  zu entfliehen. Dieser Song ist quasi die Ermutigung dazu, seine Chance zu nutzen, etwas besseres aus seinem Leben zu machen.

„Schwarze Schafe unter Schlangen“ – allein der Titel lässt schon erahnen in welche Richtung der Song gehen soll. In der heutigen Welt mit all unseren scheinheiligen Möchtegernherrschern und Politikern kann man nur noch bestehen, wenn man zu allem ja und Amen sagt oder alles, was um einen herum passiert einfach akzeptiert. Die Nummer ist eine klare und unmissverständliche Ansage dagegen und streckt all dem Ganzen mal direkt den Mittelfinger entgegen! Bewahre dein Gesicht!

Im nächsten Track wird das Tempo aus den vorherigen Songs etwas raus genommen und die Musiker glänzen mit einer Ballade. „Wir bleiben stehen“ soll uns Mut geben, die Kraft zu haben, allem was sich uns auch entgegenstellt zu trotzen und einfach durchzuhalten.
Viele Neider stellen uns im Laufe des Lebens Beine, doch so wie auch Schlussakkord immer weiter machen, so sollten wir deren Beispiel folgen! Neider bringen uns nicht um, sondern machen uns nur stärker. Jeder Tag ist ein Geschenk und gute Tage sind kostbar, besinnen wir uns darauf, dann sind wir auf dem richtigen Weg! Wem das Lied in dieser Form nicht reicht darf sich gern das dazugehörige <VIDEO> auf Youtube ansehen, welches bereits am 01.12.2017 veröffentlicht wurde.

Der vorletzte Titel „Glut und Feuer“ ist ebenso einer dieser Nummern, die uns Kraft und neuen Antrieb geben, wenn man nur noch Wut und Zorn verspürt. Jeder hat diese gewissen Individuen um sich herum, deren Existenz eigentlich nur den Sinn hat, einem das Leben zu vermiesen und zur Weißglut zu treiben. Dieses Lied spendet aber die Kraft, sich wieder ab zu regen und runter zu kommen, um einzusehen, dass irgendwann der Punkt kommt wo das Ganze ein Ende hat.

Nach all dem ganzen Argwohn kommt glücklicherweise zum Schluss noch ein Gute-Laune-Song. Schon beim Einleitungsriff, welches ein ganz klein bisschen an „Mexico“ von den Böhsen Onkelz erinnert, sind die ganzen düsteren Gedanken aus den vorangegangenen Liedern vergessen und man wird direkt in eine Situation gelenkt, in der jeder schon mal nach einer ausgiebigen Party gewesen ist: man wacht total zerstört am nächsten Morgen auf, gibt sich voll und ganz seinem Leiden im Katerrausch hin, doch irgendwann kommt dann aber der Punkt an dem man wie Christopher im Refrain feststellt:
„… Ja es war schön schön schön, … Zu schön zum Abgewöhnen!“


Fazit:
Wenn man dieses Album mit einer Redewendung beschreiben sollte, gäbe es definitiv nur eine:  „Gut Ding will Weile haben“.

„… Adrenalin getränkte Luft…“

Das lange arbeiten an dem ersten Silberling von Schlussakkord und auch die damit verbundene Wartezeit darauf haben sich definitiv gelohnt, denn mit Spieler oder Bauer zeigt das Quintett aus Jena nicht nur, dass sie trotz des neuen Namens nichts von ihren alten Qualitäten verloren haben, sondern auch, dass sie immer noch das Potential haben das Ganze zu steigern.

Dor Alex
AGF- RADIO

Wem das schon Lust auf mehr macht, bekommt dieses Jahr noch ausgiebig die Gelegenheit die Jungs live zu sehen. Zum einen sind sie unter folgenden Terminen zusammen mit der Goitzschen Front auf Tour:

10.02.2018 – AARBURG / MUSICBURG
16.02.2018 – ROSTOCK / ALTE ZUCKERFABRIK
17.02.2018 – BAD SALZUNGEN / KW 70
23.02.2018 – LUCKENWALDE / WUNDERBAR
24.02.2018 – GERA / COMMA
02.03.2018 – GLAUCHAU / ALTE SPINNEREI
03.03.2018 – OSCHATZ / EWERK
10.03.2018 – LÜBECK / RIDERS

Zum anderen sind sie gegen Ende des Jahres mit Unantastbar auf Tour:

08.11.2018 Hannover / Capitol
09.11.2018 Würzburg / Posthalle
10.11.2018 Zofingen, CH / Stadtsaal
22.11.2018 Frankfurt / Batschkapp
23.11.2018 Hamburg / Große Freiheit 36
24.11.2018 Stuttgart / LKA Longhorn
29.11.2018 Memmingen / Stadthalle
30.11.2018 Leipzig / Felsenkeller
01.12.2018 Köln / Essigfabrik
08.12.2018 Innsbruck / Music Hall

Wem das immer noch nicht reicht, kriegt auch im Sommer auf einigen Festivals wie zum Beispiel dem Rock dein Leben die Gelegenheit, die Musiker zu treffen.

Lieblingstextpassage Perli:

„… Bist du Spieler oder Bauer,
willst du knien oder stehen?
Glauben, was man sagt
oder mit eigenen Augen sehen? 

Deines Glückes Schmied
oder Knecht des Schicksals sein?

Hast es selber in der Hand,
den Weg gehst du nur ganz allein!…“