Goitzsche Front – Deines Glückes Schmied
VÖ: 16.02.18 via D.O.R.

Die Axt aus der Provinz meldet sich zurück…

… und das mit voller Härte!

Ich musste es leider selbst schon vor kurzem erleben, dass viele Bands von Album zu Album etwas von ihrer Härte bzw. von ihrem Feuer verlieren und immer mehr schmalzige Liebeslieder oder nur lahmes Zeug von sich geben. Glücklicherweise sind die vier Bitterfelder Jungs aber nicht so. Sie sind eher das ganze Gegenteil davon. Bei ihrem mittlerweile vierten Studioalbum ist von Schmalz keine Spur und ihre Härte hat mit der Zeit sogar eher noch zugenommen. Nach nun mehr acht Jahren Bandgeschichte bleiben sie sich ihrem Stil treu und sorgen mal wieder für einen richtigen Abriss!

Deines Glückes Schmied heißt ihr neues Werk, welches randvoll mit Vollgashymnen gepackt ist, die euch nicht so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen werden.

Bandbesetzung:
Bass: Christian „Ulze“ Schulze
Schlagzeug: Tom „TT“ Neubauer
Gesang: Pascal „Bocki“ Bock
Gitarre: Maximilian „Maxi“ Beuster


Tracklist:

  1. Intro
  2. In alter Manier
  3. N.S.O.W
  4. Diese Welt
  5. Deines Glückes Schmied
  6. Meine Stadt
  7. Ewigkeit ist nur ein Wort
  8. Ich bin zurück
  9. Frei zu sein
  10. Denken tut nicht weh
  11. 1000 Kilometer
  12. Unsere Fahnen wehen
  13. Streichholz und Benzin
  14. Ich mach mein Scheiß alleine
  15. Tag des Regens
  16. Hol dir den Augenblick zurück
  17. Outro

Mit Hammerschlägen und jeder Menge anderen Geräuschen, die uns direkt das Gefühl geben, in einer Schmiede gelandet zu sein beginnt das „Intro“. Aus diesem fast schon infernalischem Lärm heraus beginnt irgendwann die Musik einzusetzen und man wird dann doch schwungvoll eingestimmt auf das, was uns im Album erwartet.

„Jeder kriegt was er verdient, ihr habt es nicht anders gewollt,
Ja der Stein den ihr ins Rollen brachtet, er rollt,
Wir gehen euch richtig auf den Sack, des einen Freund des anderen Leid,
Feuer frei aus allen Rohren, seid ihr bereit?“

Mit diesem Statement beginnt der erste Kracher auf diesem Album. „In alter Manier“ einfach nur einen Song zu nennen, wäre eine Untertreibung. Mit der Power eines Hammerschlags kracht dieser Song auf einen ein und gibt gleich mal direkt die Härte und das Tempo vor, welches uns in den folgenden Songs weiter erwarten wird.

Die nachfolgende Nummer „N.O.S.W.“ wurde bereits vorab veröffentlicht (24.11.2017). Das dazugehörige Video könnt ihr euch unter folgendem <LINK> ansehen. Mit dem Lied huldigen die Musiker, was sie soweit voran gebracht hat: die Leidenschaft ihrer Fans! Und darauf erheben sie ihre Gläser!

„Diese Welt“ ist der Schrei nach einem Helden. Wenn die Straßen nur noch von Leuten, die zu allem ja und Amen sagen, gepflastert ist und in der für den Glauben immer noch Kriege geführt werden, ist es Zeit, dass jemand oder eine Bewegung die Stimme erhebt um uns aus diesem Trott endlich zu befreien. Um dem Song noch mehr Wirkung zu verleihen wurde auch hierfür ein <VIDEO> gedreht, welches vorab am 11. Januar veröffentlicht wurde.

Die Aussage des anschließenden Songs steckt quasi schon im Titel. Denn nur du bist es, der entscheiden kann, was du willst, was du bist, wen du liebst oder wen du hasst. Nur du selbst bist „Deines Glückes Schmied“.

Jeder Mensch hat diese eine Stadt, in der er sich wohl fühlt und in die er immer wieder gerne zurückkommt. Wo er aufgewachsen ist, das leben, lieben oder auch das hassen gelernt hat. Jeder hat diesen einen Flecken über den er stolz behaupten kann: das ist „Meine Stadt“!

Bis zu dieser Stelle ging mit Vollgas Schlag auf Schlag voran. Doch mit dem Song „Ewigkeit“ gibt es dann eine verdiente Ruhepause und das Tempo wird etwas heraus genommen. Gleichzeitig ist dies auch einer der ernsteren Titel des kommenden Albums, denn er thematisiert etwas, was ich persönlich gerade in diesem Moment sehr gut mitfühlen kann. Es handelt sich um die Emotionen, die man nach einer Trennung auch danach noch für gefühlt eine Ewigkeit weiter empfindet: es ist nichts anderes als Schmerz!

Nach diesem doch sehr trübsinnigen Ruhepunkt geht es im gewohnt hohen Tempo weiter. Eine passendere Stelle im Album kann es für den Song „Ich bin zurück“ eigentlich nicht geben. Denn er ist die fast schon direkte Weiterführung des trüben Gedankens aus dem vorangegangenen Track. Man(n) hat sich getrennt, und ist von der Sonnenseite des Lebens zurück in den Schatten gewandert, in welchem man vorher schon dahin vegetiert ist.

Um uns dann aus dem Trübsinn der vorherigen beiden Songs zu befreien, reichen uns die vier Musiker mit „Frei zu sein“ bildlich die Hand, um mit zu ihnen an Bord zu gehen, dem Sturm zu trotzen und endlich nach dem Unwetter die Freiheit spüren zu können.

„Denken tut nicht weh“ erzählt einiges über die Widersprüchlichkeit von vielen Menschen um uns herum. Sie sind auf der einen Seite für uns da, aber dann kommt plötzlich auch die andere Seite, in der sie sich einfach nur wie ein Arschloch benehmen, zum Vorschein. Die Erklärung dafür ist meist jedoch recht simpel, wie es uns eben hier im Song erklärt wird: sie sind alle nur kleingeistige Egomanen, die es nicht riskieren wollen mal über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken.

Lied Nummer 11 („1000 Kilometer“) ist ganz eindeutig ein Song über die Verbundenheit zwischen Menschen, die sich lieben und mögen. Egal wie viele Kilometer man zwischen einander hat, es gibt immer einen Weg wieder zueinander zu finden, um gemeinsam den Träumen hinterher zu jagen.  

Hier kommt nun mein persönliches Highlight der Platte. Der Song, der etwas thematisiert, das doch fast jeder von uns liebt oder vielleicht sogar in seiner Freizeit selber praktiziert. Nur wenige Bands, meiner Meinung nach sogar viel zu wenige, hatten den Mut ein Lied darüber zu schreiben, aber die Goitzsche Front hat sich daran getraut und etwas daraus gemacht, was man als hervorragend bezeichnen kann. „Unsere Fahnen wehen“ ist ihr Tribut an den Fußball, ihren Verein (welcher das ist wird an dieser Stelle leider nicht verraten) und die Fans, die zwar alle in den Farben getrennt, aber wenn es um diese eine Sache geht, trotzdem immer zusammen stehen. Noch mehr verwundert war ich, dass für diese Hymne sogar ein Video gedreht wurde, von dem ich im ersten Moment gar nichts wusste. Das ist damals (August 2017) wohl an mir vorbeigezogen, und damit es euch nicht genauso geht bekommt ihr hier den <LINK> dazu.

Ihr wollt wissen, was die effektivste Methode ist, um mit Sachen aus der Vergangenheit abzuschließen ohne sie jemals wiedersehen zu müssen? Dann macht einfach den kommenden Track an und hört genau zu. Was die beiden wichtigsten Zutaten dazu sind verrät allerdings auch schon der Titel: „Streichholz und Benzin“.

Bis hier hin ging es schon ziemlich hart und kompromisslos zur Sache, doch bei dem, was dann folgt, geht es nochmal eine Stufe krasser zur Sache. Die härteste Nummer der ganzen CD ist ganz eindeutig „Ich mach mein Scheiß allein“. Auf diese Art und Weise hämmert die Band uns ihre Art und Weise, wie sie ihr Leben leben, ein und wollen uns dabei ermutigen es ihnen gleich zu tun.

Quasi wie mit einer Vollbremsung geht es nach dieser Knallgasnummer mit dem nächsten ruhigen Titel weiter. Dieser ist aber allerdings ein Song, der große Trauer ausdrückt. Schon das Klaviersolo im Intro deutet darauf hin, dass es hier nicht darum geht, die Leute zum Lachen zu bringen, sondern dass hier etwas sehr ernstes auf uns zu kommt. Jeder kennt diese unglücklichen Tage, in der das Schicksal zuschlägt und uns einen geliebten Menschen wegnimmt. Die Trauer und die Einsamkeit, welche daraus resultiert wird hier zum Thema gebracht und machen „Tag des Regens“ zum emotional stärksten Song der neuen Platte!

Im offiziell letzten Track des Albums geben uns die Jungs aus Sachsen- Anhalt nochmal eine Ermahnung für unseren Lebensweg mit auf die Reise: Lass die guten Zeiten nicht vergehen, ohne etwas zu unternehmen, nimm deine Träume, Wünsche und Sehnsüchte als Antrieb mit  und „Hol dir den Augenblick zurück“!

Warum habe ich vorher offiziell letzter Song geschrieben? Weil hier mal was echt seltenes kommt: das Album besitzt neben dem Intro sogar ein „Outro“. Das Bild, welches hier dargestellt wird, ist dann auch der thematisch krönende Abschluss für diesen Longplayer.  Nach dem die Musik langsam aber sicher ausläuft, hört man auch wie der Lärm aus der Schmiede immer weniger wird und irgendwann erliegt. Zum Schluss hört man noch, wie jemand eine Türe schließt und damit wird dann auch symbolisch das Album beendet.


Fazit:
Die beste Aussage, um dieses Album zu schreiben hat Bocki höchst selbst getroffen. Während unseres Austausches sagte er: „Wir haben der Platte ordentlich Eier verpasst.“ Und da braucht man jetzt auch kein fachlich geschultes Gehör zu, um das zu merken. Deines Glückes Schmied ist einfach ein verdammt gutes Album und zeigt, dass die Band das Format hat, auch ganz weit oben im Olymp des Rocks mit zu mischen.

Wer jetzt schon den Willen nicht mehr zurückhalten kann, die Jungs und ihre neue Platte live zu erleben, der bekommt dieses Jahr ausreichend Gelegenheit dazu.
Zum Anfang des Jahres sind die Musiker nämlich mit ihrer Deines Glückes Schmied Tour bei folgenden Daten unterwegs:
10.02.2018 Aarburg
16.02.2018 Rostock
17.02.2018 Bad Salzungen
23.02.2018 Luckenwalde
24.02.2018 Gera
02.03.2018 Glauchau
03.03.2018 Oschatz
10.03.2018 – Lübeck

Des weiteren sind sie zusammen mit Frei.Wild auf der Rivalen & Rebellen Tour durch die ganze Republik und darüber hinaus zu folgenden Terminen unterwegs.
29.03. Enschede, NL (nur für Mitglieder des FWSC)
30.03 Pratteln, CH
31.03 Pratteln, CH
01.04 Wien, AT
02.04 Brixen, IT
10.04 München
12.04 Oberhausen
13.04 Bremen
14.04 Hamburg
15.04 Berlin
16.04 Leipzig
18.04 Erfurt
19.04 Nürnberg
20.04 Riesa
21.04 Frankfurt Frankfurt
25.04 Kiel
26.04 Hannover
27.04 Düsseldorf
28.04 Freiburg

Und wem das noch nicht genug ist, der kann die Band auf einen der großen Festivals wie dem FEK9 oder dem Spreewaldrock Festival, wofür sie bereits bestätigt sind, sehen. Dieses Jahr geben sie sich wirklich Mühe, dass jeder von uns sie mindestens einmal sehen kann.

„Zusammen singen wir, für jede Schlacht bereit,
in den Farben getrennt doch im Herzen vereint.
Vom Schicksal so bestimmt und treu für alle Zeit,
in den Farben getrennt doch im Herzen vereint…“
Dor Alex
AGF-Radio