Loudstark – Das Eine
VÖ: 02.02.2018 via Timezone

Wir mussten lange darauf warten, doch nun ist es endlich da: Loudstark präsentieren uns ihr neues Album Das Eine und liefern ihren zahlreichen alten Fans und den neu dazu kommenden endlich neue Töne.

Es gab einige Veränderungen rund um die Band aus Kiel, die sich 2013 gegründet haben, nicht nur in der Besetzung, sondern auch im Sound. Was das alles bewirkt hat und vor allem was das Endresultat dazu ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Besetzung:
Marc Petersson = Gesang
Axel Birkenmaier = Piano
Mirco Miszuweit = Bass
Jannik Brammer = Schlagzeug
Edgar Preiss = Gitarre


Tracklist:

  1. Intro
  2. Schrei
  3. Schatten
  4. Begierde der Macht
  5. Lasst es krachen
  6. Herz aus Stein
  7. Ziemlich beste Freunde
  8. Alles oder nichts
  9. Das Eine
  10. Zur gleichen Zeit

Wie viele gute Alben beginnt auch dieses mit einem „Intro“. Hier kommt aber nicht nur irgendetwas auf uns zu, sondern ein richtig starkes Orchesterstück. Schon das vermittelt vorab einen extrem gewaltigen Eindruck.

Los geht es dann im Anschluss mit dem ersten Song „Schrei“. Schon hier deutet sich an, dass sich bei den Jungs einiges getan hat. Beim Sound hat sich zum Vorgänger einiges verändert. Was direkt ins Ohr fällt ist, dass die vorher eher dezent im Hintergrund gelegenen Orchesterelemente mehr in den Vordergrund gelegt wurden. Und ich muss sagen, das hebt das Ganze auf eine neue Stufe! Man kriegt den Eindruck, nicht nur normalen Rocksound zu hören, sondern man bekommt obendrein ein bisschen ein episches Feeling vermittelt. Fast schon so, als würde man die Hintergrundmusik eines Heldenspektakels aus dem Fernsehen hören. Und auch inhaltlich könnte der Opener des Albums nicht besser sein: egal was passiert, egal welche Rückschläge man einsteckt, schreie den Frust raus so laut du kannst! Wirf alles von dir ab und geh deinen Weg einfach in eine neue Richtung!

Genauso hart und episch vom Sound her geht es im Song „Schatten“ weiter. Was hier auffällt ist, dass nicht nur der Orchesterteil in den Vordergrund gelegt wurde, sondern auch der Bass an vielen Stellen mehr Präsenz erlangt.
Normalerweise kennt ihr mich ja, dass ich immer meine Scherze über die Bassisten mache, aber an dieser Stelle spreche ich mal ein Lob darüber aus, und bekräftige, dass es dem Klang im Großen und Ganzen sehr gut getan hat.
Im Text spricht dieses Lied eine Tatsache an, die bei jedem Menschen gleich ist: jeder hat Dinge in der Vergangenheit erlebt, die nicht gut oder sogar schrecklich waren. Doch es ist besser diese „Schatten“ hinter sich zu lassen und seinen Weg weiter zu gehen, ohne andauernd an sie zu denken.

Im Intro des darauffolgenden Titels deutet sich an, dass es hier etwas ernster zur Sache geht. Neben dem Klavier hört man ganz seicht im Hintergrund einige Elektroelemente, die im Refrain jedoch wieder von dem harten Gitarrensound in den Schatten gestellt werden. „Die Begierde nach Macht“ erzählt die Geschichte einer einseitigen aber doch irgendwo innigen Liebe. Viele Jahre war man vereint doch trotzdem fand die Liebe irgendwie nicht zu einander. Das Leben war für die eine Seite in feste Bahnen gelenkt und durch geplant, da war für die Liebe kein Platz mehr. Doch dann sollte alles anders kommen: der Tod schlug zu und alle gefassten Pläne waren an dieser Stelle sinnlos bzw. gingen in Rauch auf. Zurück bleibt nur eine unerwiderte Liebe und die daraus resultierende Trauer.
Zu diesem Lied haben die Jungs auch ihr erstes offizielles <MUSIKVIDEO> gedreht.

Nach einer doch sehr melancholischen Nummer geht es zum Glück mit einer richtigen Gute -Laune und Partynummer weiter. „Lasst es krachen“ beschreibt die Gefühle und Geschehnisse, die immer einher gehen wenn irgendwo eine Nacht durch gefeiert wird. Sei es am Wochenende mit Freunden oder überall dort, wo die Freude und der Spaß regieren. Während ich etwas recherchierte fand ich dann auch heraus, dass es diesen Song schon seit ein paar Jahren gibt und er auf diesem Album neu aufgenommen wurde. Was ich an dieser Stelle nicht als schlechte, sondern sehr gute Entscheidung empfinde.

Song Numero 6 handelt von Menschen, die ihr ganzes Leben lang nieder gemacht und gedemütigt wurden. Viele von ihnen sind dadurch innerlich erfroren und haben nur noch ein „Herz aus Stein“. Doch sie haben auch die Kraft, diesem Herz wieder das Glück und die Freude zurück zu geben, denn egal was man erlebt hat, man muss sich dem und der Vergangenheit stellen und wieder versuchen so zu sein, wie man selbst es will. Passend zum Inhalt ist auch die Musik in diesem Song etwas düsterer gehalten, was dann den Gesamteindruck abrundet.

An dieser Stelle kommt, meiner Meinung nach, der eindeutig stärkste Song des Albums. Eine Ballade der wirklich ganz besonderen Art. „Ziemlich beste Freunde“ wird vom Piano dominiert und handelt um die Verbundenheit, zwischen einem Vater und seinem Sohn. Ich würde gerne mehr dazu schreiben, kann es an dieser Stelle aber einfach nicht. Die Nummer ist so mitreißend, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Mir kamen beim ersten anhören und schreiben dieses Reviews sogar echt die Tränen. So berührt wie dieses, hat mich selten ein anderer Song. Deswegen hört es euch unbedingt selbst an und bildet euch euer eigenes Urteil.

Um von diesem sehr gefühlvollen Moment wegzukommen, geht es fast schon mit einem Hammerschlag voran in den nächsten Song. „Alles oder nichts“ gibt uns einen Blick auf die Einstellung der Jungs zum Leben. Man kann sein Leben nicht nach festen Bahnen leben ohne etwas zu riskieren und zu hoffen, dass so etwas passiert. Der Spaß bleibt dabei grundsätzlich auch immer auf der Strecke. Deswegen lieber alles riskieren und was erleben, als in Ruhe vor sich hin zu vegetieren. Die Musik unterstreicht die Aussage in diesem Song nochmal deutlich. Neben den ganzen Streichern und Orchesterelementen steht hier eher der Rock´n´Roll im Vordergrund, speziell kommen hier die Riffs und auch das beinharte Solo zur Geltung.

Der vorletzte Track ist auch nochmal ein alter Bekannter: „Das Eine“ war früher bereits schon mal als Gratissong erhältlich und wurde hier noch einmal neu mit aufgenommen. Das Ergebnis ist ein guter alter Song in einem neuen geileren Tongewand.

Zum Schluss verabschiedet sich die Band gebührend. „Zur gleichen Zeit“ ist der Abschiedsgruß an dieser Stelle von den Hörern und gleichzeitig versprechen sie uns ein Wiedersehen- zur gleichen Zeit am selben Ort. Diese letzte Nummer ist dann auch der krönende Abschluss des neuen Albums und unterstreicht auch gleich nochmal die ganzen musikalischen Veränderungen, die vom Vorgänger zum aktuellen Longplayer geführt haben.


Fazit:
Mit einem Wort: großartig! Ich bin nun schon seit einigen Jahren in der Szene aktiv und habe auch schon sehr viele gute und schlechte Alben gehört. Doch hier ist den Jungs aus Schleswig- Holstein echt etwas sehr Herausragendes gelungen. Alleine der Sound macht das Album zu etwas Epischem und schreit förmlich danach, in die Welt getragen zu werden.

Was die Termine für dieses Jahr angeht, ist mir lediglich bisher nur einer bekannt: am 13.04.2018 feiern sie das Erscheinen ihres Albums mit ihrem eigenen Fest PuLSschlag in Kiel. Ansonsten müsst ihr für weitere Termine einfach in Zukunft die Augen in den sozialen Medien offen halten.

„Wir werden wiedersehen, zur gleichen Zeit am selben Ort,
schreiben wir unsere Geschichte fort.
Lasst eure Hände gehen,
wir sagen dankeschön und
auf Wiedersehen.“

AGF-Radio
Dor Alex

Alter Falter- FETT! Auch ich war bereits nach dem zweiten Song richtig begeistert und überwältigt und spüre die Kraft tief in meinem Herzen! Kein Einheitsbrei, laut, kraftvoll, episch und wahnsinnig berührend („Ziemlich beste Freunde“)! Ich selbst hätte, im Nachhinein betrachtet, auch richtig Bock auf dieses Review gehabt… verdammt 🙂
Zum Schluss muss ich aber nochmal meinen Kollegen Alex aus einer Nachricht an mich zitieren: „Ich muss ganz ehrlich sagen, das ist bisher vielleicht das beste Album, was ich dieses Jahr gehört habe. Es ist echt mitreißend geworden. … Das könnte ein richtiger Meilenstein sein.“ – Perli