Frei.Wild – Rivalen und Rebellen
VÖ: 16.03.18 via Rookies & Kings

Das lange Warten hat nun ein Ende. Nach knapp neun Monaten Pause veröffentlichten Frei.Wild den ersten Trailer zum kommenden Album, und die fast schon übliche Hysterie nahm ihren Lauf. Von allen Seiten wurde geschimpft, spekuliert, gelästert und vieles mehr. Jetzt- sechs Monate danach ist es dann so weit: das 12. Studioalbum im 17. Jahr der Band hat nun endlich das Licht der Welt erblickt.

Vor seiner Geburt war jedoch schon klar, dass es dieses Album nicht leicht haben wird. Selbst drei Jahre später ist ihr vorangegangenes Album Opposition noch in aller Munde und selbst das etwas untergegangene Jubiläumsalbum 15 Jahre Deutschrock & SKAndale hört man immer noch mit großer Regelmäßigkeit in allen Arten von Medien dieser Welt.

Ich persönlich muss gestehen, dass auch ich etwas skeptisch war, ob dieses Album seinen Vorgängern gerecht wird. Doch ich habe alle Skepsis bei Seite geworfen und die schwerste Herausforderung meiner doch noch relativ kurzen Karriere als Redakteur für das AGF- RADIO angenommen. Ich habe mir die Mühe gemacht in alle 42 Songs des neuen Albums hinein zu hören, um mir abschließend ein Urteil darüber bilden zu können. Wie es ausfällt erwartet euch am Ende meines bisher umfangreichsten Reviews, welches ich je geschrieben.

Besetzung:
Philipp Burger (Gesang, 1. Gitarre)
Jochen „Zegga“ Gargitter (Bass)
Jonas Notdurfter (Gitarre, 2. Stimme)
Christian „Föhre“ Forer (Schlagzeug)


Tracklist:

  1. Zwischen allen Fronten
  2. Ich bin nicht heilig
  3. Diese Nacht will nicht meine Nacht sein
  4. Auf zum Schwur
  5. Weil kein Krieg für ewig ist
  6. Und ich war wieder da
  7. Nicht zu viel denken und einfach machen
  8. Geartete Künstler hatten wir schon
  9. Herz schlägt Herz
  10. Rivalen und Rebellen
  11. Schau nach oben
  12. Von der Wiege bis zur Bar
  13. Unbrechbar
  14. Antiwillkommen
  15. Du kriegst nicht eine Sekunde zurück
  16. Es ist vorbei, es ist Geschichte
  17. Wir bringen alle um
  18. Für immer, für ewig, unendlich
  19. Es geht hier um mein Leben
  20. Auf ein nie wieder wiedersehen
  21. Keine Angst vor Liebe
  22. In 8 Minuten um die Welt
  23. Schrei auf, schrei laut
  24. Aus dem Film unserer Geschichte
  25. Fick Dich und verpiss Dich
  26.  Wenn mein Licht erlischt
  27. Verbotene Liebe, verbotener Kuss
  28. Hey, ich lebe noch
  29. Volle Pulle in die Fresse dieser Zeit
  30. Betteln vs. Batteln
  31. Sie müssen es nicht wissen
  32. Völkerrecht
  33. Im Auftrag der Welt
  34. Vergangener Schmerz bricht kein gebrochenes Herz
  35. Wie Asche am Boden
  36. Sorgenleer
  37. Gutmensch ärgere dich nicht
  38. Sternenstaub
  39. Mimimuttersöhnchen
  40. Miss America
  41. Kein Zoll zurück
  42. Macht euch endlich alle platt

Ohne Intro, ohne Ansprache oder irgendwelchen anderen Schnickschnack geht es los mit dem ersten Song. Und der liefert gleich die erste Erleichterung. Aus den bisher vorab erschienen Liedern zeichnete sich ein Trend in eine etwas weichere Richtung ab, vor dem es auch mir etwas graulte. Doch „Zwischen allen Fronten“ tritt gleich mal sämtliche Türen ein und hämmert es uns richtig in den Schädel. Sie sind zurück mit alter Stärke! Damals wie heute stehen sie immer noch zwischen allen Fronten. Wer den Mut hat, kann mit auf ihrem Weg gehen. Wer jedoch jetzt schon die Hosen voll hat, sollte lieber gleich umdrehen und so viel Abstand nehmen wie er kann.

Unvermindert im Tempo geht es auch in den nächsten beiden Songs zu Sache. „Ich bin nicht heilig“ ist eine ganz klare Ermahnung, dass es absolut keine Heiligen auf dieser Welt gibt. Selbst diejenigen, welche es behaupten haben doch wie alle normalen Menschen mal schmutzige Gedanken und Gefühle. Im darauffolgenden Song wird das Gefühl beschrieben welches man empfindet, wenn mal wieder nix zusammen passt. Es gibt sowohl Tage an den alles schief läuft, als auch Nächte in denen das Gleiche der Fall ist. Für solche Nächte ist dies geschrieben und auch der Titel drückt das aus, was man sich in diesem Moment denkt: „Diese Nacht will nicht meine Nacht sein“.

Über Lied Nummer vier wurde bereits im Vorfeld von der Band viel geschwärmt. Auf zum Schwur hat das Potential, das neue Südtirol zu werden.“ Diese Aussage wurde gemacht und ich muss ihnen an der Stelle recht geben. Von der Art her ist es bedächtig und etwas langsamer in den Strophen, um dann im Refrain alle Dämme brechen zu lassen. Wenn das Ganze dann auch noch live so rüber kommt, sind diesem Song keine Grenzen gesetzt und könnte auf diesem Weg ihre neue Hymne werden.

Dieses nun folgende Stück handelt von einer Sehnsucht. In viel zu vielen Menschen hängen nur noch schlechte Gedanken im Kopf herum. Doch es gibt eine Möglichkeit, sie daraus zu befreien. Wer diese Sehnsucht und diese Vision hat, nämlich dass „(weil) kein Krieg für ewig ist“, kann helfen andere daraus zu befreien, um sie wahr werden zu lassen.

Über Song Numero sechs brauch ich nicht viele Worte verlieren. „Und ich war wieder da“ war die vierte Singleauskopplung dieses Albums und wurde auch schon von allen ausgiebig beleuchtet. Der einzige Verweis den ich hierzu nochmal geben möchte ist der auf das dafür eigens gedrehte Musikvideo. Dies könnt ihr euch <HIER> ansehen.

Der nächste Song ist wieder eine freundliche aber doch trotzdem rockige Ermahnung, es den Musikern gleich zu tun. Viel über etwas nachzudenken kann in einigen Lebenslagen und Situationen auch viel schaden. Deswegen ist es einfach besser, mal die Denkmaschine im Kopf zu ignorieren um die Probleme einfach in Angriff zu nehmen: „Nicht zu viel denken und einfach machen“.

Das jetzt kommende Lied „Geartete Künstler hatten wir schon“ ist wieder einer der Protestsongs vor dem Herren. Heutzutage ist es eine Modeerscheinung geworden das man rebelliert, gegen das System kämpfen will oder einfach nur ein Plastikpunk ist. Dies ist ihre Rebellion gegen die Rebellen könnte man sagen. Denn im Grunde genommen sind diese Künstler alle gleich. Sie rufen auf zum Kampf, aber oftmals nur gegen falsche Ziele oder manchmal endet es einfach nur in Belanglosigkeit. Es gibt so viele reale Feinde, die jeder sehen kann aber niemand will gegen sie vorgehen. Mit diesem Song wollen sie die Leute davon wachrütteln um sie zur Opposition gegen die wahren Feinde zu bringen.

Die beiden Songs, die folgen sind alte Bekannte. „Herz schlägt Herz“ war EP Nummer drei und der Titelsong „Rivalen und Rebellen“ war EP Nummer eins. Über zweiteren Song erspare ich mir einen Kommentar, denn jeder sollte ihn inzwischen schon auswendig kennen und hat mit ihm Freundschaft geschlossen haben. Doch etwas möchte ich zum ersteren noch los werden. Als damals „Herz schlägt Herz“ erschien, war ich etwas skeptisch. Mit so schnulzenhaften Liedern konnte ich nie wirklich was anfangen und im ersten Moment mochte ich ihn gar nicht. Doch jetzt, wo das ganze Album erschienen ist, habe ich meine Meinung über den Song doch geändert. Im Zusammenspiel mit den anderen Stücken fand ich eine neue Begeisterung dafür und nun höre ich ihn doch wie alle anderen ziemlich gerne. Ich ertappe mich sogar manchmal wie ich still im Refrain mitsinge, was ich bei Liedern über dieses Thema normaler Weise nie tue.
Auch hier wurde wieder jeweils ein Video gedreht:
HERZ SCHLÄGT HERZ
RIVALEN UND REBELLEN

An nächster Stelle geht es mal etwas melodischer zur Sache. „Schau nach oben“ ist in den Strophen sowie den Riffs musikalisch ein bisschen ausgeprägt und soll wieder etwas zum Nachdenken anregen.

Der danach kommende Track „Von der Wiege bis zur Bar“ soll jedoch alles andere als zum Nachdenken anregen. Diese wunderschöne Ska-Nummer lädt eindeutig zum Tanzen und Party machen ein. Schon wenn man dieses Lied in den eigenen vier Wänden hört, möchte man am liebsten eskalieren. Daher kann ich nur hoffen, dass diese Nummer auch wirklich auf der Tour gespielt wird, damit ich meine Freude darüber auch endlich mal auslassen kann.

Nach all den energiegeladenen Tracks wird es nun mal ein wenig ruhiger. „Unbrechbar“ ist die erste Ballade des neuen Albums, aber nur weil es hier ruhig zur Sache geht, muss sich dieses Lied weiß Gott nicht hinter den anderen verstecken. Die Botschaft hier ist einfach, könnte aber nicht wichtiger sein: wenn alle anderen versuchen an dir zu zerren, drücken oder versuchen dich zu biegen, bleib einfach trotzdem wer du bist. Wenn dann mal irgendwann der Druck weg ist und man seine Ruhe hat, wird doch klar, wie stark man sein kann.

Nach diesem Ruhepunkt geht es wie gewohnt mit alter Härte weiter. Um den Kreis an dieser Stelle zu schließen folgt der Song „Antiwillkommen“. Damals Singleauskopplung Nummer zwei und somit die letzte der vier vorab erschienenen. Hier trifft mich wieder das gleiche Phänomen wie bei „Herz schlägt Herz“. Vorab war ich skeptisch, doch nun feier ich den Song total ab und bin immer wieder auf’s Neue begeistert, wenn ich ihn höre. Und wie bei den drei Vorgängern gab es auch hier ein <VIDEO>.

Energiegeladen geht es mit „Du kriegst nicht eine Sekunde zurück“ weiter. Egal was du machst oder was passiert, du kriegst keine Sekunde von zurück von deinem Leben. Also reiß dich am Riemen und mach das Beste daraus.

Nach dieser kräftigen Aussage geht es wieder etwas bedächtiger zu. „Es ist vorbei, es ist Geschichte“ ist der bildlich ausgesprochene Abschluss mit der Vergangenheit. Die schlechte Zeit, die man erlebt hat ist einfach vorbei und kommt nie wieder zurück.

Hier an dieser Stelle kommt mein persönlicher und eindeutiger Favorit des ganzen Albums- vielleicht sogar aller Zeiten! „Wir bringen alle um“ ist der Vorzeigesong schlechthin, wenn es darum geht, dass der erste Schein bei manchen Songs trügen kann. Beim ersten Anhören bekommt man eigentlich nur die eingängige Textzeile aus dem Refrain „Wir bringen alle alle alle alle um“ vermittelt. Doch wenn man dann mal genauer hinhört, bekommt man dann auch die wahre Bedeutung des Titels heraus.

„… Wir bringen alle alle alle alle um
um eine echte beschissene Zeit, haben unseren Kreuzzug nie bereut…
… Wir bringen alle alle alle alle um
um Angst, um Hass, um Idiotie, wir sind die beste Therapie!“

Hier geht es also gar nicht darum, jemanden umzubringen. Nein es geht darum, dass Frei.Wild uns um etwas bringen wollen, also dass sie uns etwas weg- oder abnehmen wollen. Sie wollen uns um die beschissene Zeit bringen, sie wollen uns Angst, Hass sowie die Idiotie abnehmen und bieten uns im gleichen Zug die Therapie dagegen an. Sie bieten sich selbst und ihre Lieder an, um uns aus jeder misslichen Lage heraus zu helfen. Aus genau diesem Grund, weil er diese „versteckte“ Botschaft enthält und weil er so einen verdammt starken Sound hat, ist dieser Song meine absolute Nummer eins. Was ihn noch so besonders macht ist das für ihn gedrehte Musikvideo, welches wirklich wie die Faust auf’s Auge passt. Auch in ihm sieht man, dass der erste Schein immer trügen kann und nicht immer alles so ernst ist wie es scheint. Doch seht es euch einfach <HIER> selbst an und genießt es in vollen Zügen.

Nach diesem Brecher geht es wieder etwas gediegener zur Sache. „ Für immer, für ewig, unendlich“ ist die Geschichte einer Freundschaft, oder vielleicht auch einer Liebe, die egal wie weit man auseinander ist, trotzdem immer noch besteht. Und es kommt irgendwann der Moment, in dem man alles überwindet und sich wieder in den Armen halten kann.

„Es geht hier um mein Leben“ ist eines der interessantesten Lieder vom Album. Vom Text her ist es relativ einfach gestrickt, denn es geht um die Aussage: Das ist mein Leben also gelten hier meine Regeln! Doch vom musikalischen ist der Song um ein vielfaches interessanter, da hier einige neue Elemente mit hinzugefügt wurden. Das macht diese Nummer immer wieder auf’s Neue faszinierend und amüsant.

Lied Nummer 20 definitiv einer der stärksten Tracks dieser Platte. „Auf ein nie wieder wiedersehen“ ist ein sehr episch ausgedrückter Abschluss mit seinen Sorgen. In den Strophen wird sehr ruhig und bedenklich auf die Ängste und Sorgen eingegangen, bis sie dann im musikalisch sehr stark untermalten Refrain über Bord geworfen werden.

Genauso eindringlich aber etwas härter geht es im nächsten Track „Keine Angst vor Liebe“ weiter. Wenn man versucht, zu jemandem Vertrauen aufzubauen, dann sollte man keine Angst davor haben. All der Hass und die Gedanken an Krieg können in diesem Moment verschwinden, um letztendlich der Liebe sowie der Zuneigung Platz zu machen.

An nachfolgender Stelle kommt der polarisierenste Song von allen. Keiner hat bisher für soviel Zwiespältigkeit gesorgt wie „In 8 Minuten um die Welt“. Das Hauptargument für diejenigen, welche ihn nicht mögen, ist der viel zu eingängige Teil des Refrains mit dem „Yippieh yah yeah“. Das kann ich in gewissem Maße verstehen, aber deswegen den Song zu hassen wäre da echt übertrieben. Ich persönlich mag ihn und hoffe insgeheim, dass sie ihn auf der Tour auch live spielen werden.

Sehr ruhig und wirklich sehr eindringlich beginnt „Schrei auf, schrei laut“. Es geht um eine gequälte Seele, die jeden Tag auf’s neue und immer wieder gequält und misshandelt wird. Dieses Lied soll der Stein des Anstoßes sein, um letztendlich den Mut zu haben sich dagegen zu wehren und sich aus all dem zu befreien.

„Aus dem Film unserer Geschichte“ ist wie es der Titel schon sagt ein Auszug aus der Geschichte einer Freundschaft. In dieser Zeit erlebt man alles: Wut, Hass, Leid, …, doch auch tiefe Freude. Und darum ist man immer vereint in Zusammenhalt- das ist es, was wahre Freundschaft aus macht.

Kurz vor Schluss des offiziellen Albums kommt dann der große Brecher schlecht hin. „Fick dich und verpiss dich“ ist, wie schon der Name sagt, die Kampfansage an alle Arschlöcher dieser Welt. Für eure jämmerliche und widerwärtige Art kann es nur eine Antwort darauf geben. Und zwar die, welche in diesem Hammerschlag von einem Refrain getroffen wird:

„Ersten: du bist ein Arschloch!
Zweitens: warst immer ein Arschloch!
Drittens: du bleibst ein Arschloch!
Viertens, fünftens, sechstens: keiner mag dich!
Ersten: du bist ein Arschloch!
Zweitens: warst immer ein Arschloch!
Drittens: du bleibst ein Arschloch!
Siebtens, achtens, neuntens, zehntes: fick dich!
Fick dich und verpiss dich! … “

Im offiziell letzten Song wird es einmal richtig traurig. Wie man es schon dem Titel her „Wenn mein Licht erlischt“ erahnen kann, geht es um den Tod. Doch wenn es so weit ist und ein geliebter Mensch diese Welt verlässt, dann sollen keine Tränen fließen. Keine Herzen sollen brechen, denn dieser Abschied wird nicht für ewig sein. In diesem Moment will der geliebte Mensch nur nicht ganz alleine sein. Deshalb begeben wir uns mit dem Song mit ihm zum Ende der einen Seite dieser Reise und geleiten ihn zum Anfang der Reise auf der anderen Seite.

Eigentlich wäre jetzt an dieser Stelle Schluss. Doch bevor das „normale“ Album tatsächlich endet, dürfen wir uns noch auf einen sogenannten „Hiddentrack“ freuen. Dieser versteckte Song trägt den Namen „Verbotene Liebe, verbotener Kuss“ und wurde geschrieben während Teile der Band eine Reise durch Israel machten. Ihre dort erlebten Eindrücke und Empfindungen haben sie in diesem Song verarbeitet und wollen sie dadurch mit der Welt teilen.

Ab dieser Stelle folgen die 15 (!) Bonussongs. Den Anfang macht die rockige Ode an das Leben  „Hey, ich lebe noch“, gefolgt von dem nicht minder rockigem „Volle Pulle in die Fresse dieser Zeit“, einer Kampfansage per Exelence. Sämtliche aufkommenden Widerstände werden gebrochen und ihr Kampf gegen die Diktatur der Dummheit geht immer weiter.

Äußerst interessant geht es im Song „Betteln vs. Batteln“ daher. Die Strophen sind musikalisch wie auch textlich sehr schnell gehalten, wo schnell der Gedanke aufkommt das hier die waschechte Interpretation eines Raps von Frei.Wild ist. Das mag im ersten Moment verstören doch wer sich darauf einlässt, kann sich sehr schnell von den Qualitäten der Jungs überraschen lassen.

Weiter geht es mit einem Titel, der eine sehr wichtige Botschaft enthält. Man merkt heutzutage immer mehr, dass Eltern immer früher anfangen, ihren Kids immer mehr wissen einzuhämmern, mit dem es so früh eigentlich noch gar nichts anfangen kann. Lasst das einfach sein, „Sie müssen es nicht wissen“! Kinder brauchen ihre kleinen Träume und Erinnerungen auf dem Weg zum erwachsen werden. Das darf man ihnen nicht wegnehmen!

Im nachfolgenden Song liefern uns Frei.Wild schon im Titel die Aussage, wofür sie in diesem kämpfen. Sie geben uns ihren Namen sowie ihre Stimme, um den Kampf für das „Völkerrecht“ weiter zu führen.

Genauso rebellisch geht es mit „Im Auftrag der Welt“ weiter. Der Krieg gegen all die Wichser, die diese Welt regieren, um diese dann schlussendlich auch zu retten. Das ist ihre Mission in diesem Lied.

Um etwas von diesem kriegerischen Trip wieder herunter zu kommen schließt sich an dieser Stelle ein Stück an, welches uns die Kraft geben soll mit der Vergangenheit klar zu kommen. „Vergangener Schmerz bricht kein gebrochenes Herz“ gibt den Mut, sich all dem zu stellen. Denn was man schon erlebt hat, kann nicht wieder schlimmer werden. Also zieht man einen Schlussstrich und geht weiter seinen Weg.

„Wie Asche am Boden“ ist der Song über die beiden traurigen Seiten, wenn man einen Fehler gemacht und jemanden enttäuscht hat. Die Enttäuschung fühlt sich an wie als wäre man selbst nichts wert. Doch die Person, die den Fehler begangen hat kommt auch nicht ungeschoren davon. Denn irgendwann kommt bei jedem der Punkt, an dem man von seinem schlechten Gewissen eingeholt wird und sich seinen Fehlern stellen muss.

Nach all der Trauerflor kommt wieder eine lustige und provokative Nummer, um uns aufzuheitern. „Gutmensch ärgere dich nicht“ ist wieder mal eine Kampfansage an all die Idioten, die die Augen vor der Welt verschließen und versuchen allen ihre Meinung auf zu zwängen.

Der nächste Track befasst sich mit einem Gefühl- jedoch nicht mit irgendeinem, sondern mit dem vollkommenen Fehlens von Sorgen. Frei.Wild nennen dieses Gefühl oder eher dieses Bewusstsein „Sorgenleer“. Man könnte es aber auch als vollkommenes Glück beschreiben. Denn sowie es uns aus dem Song herübergebracht wird, erlebt man dies anscheinend nur, wenn man mit seinen Liebsten zusammen an einem wunderschönen Ort ist, um die Zeit dort genießen zu können.

Genauso ruhig und einfühlsam kommt der darauffolgende Song „Sternenstaub“ auf uns zu. Er vermittelt uns das Gefühl, nie wirklich alleine zu sein. Auch wenn es nicht so scheint, sind wir doch alle Teil eines großen Kosmos und fliegen durch unsere Zeit und unser Leben, bis es irgendwann einmal zu Ende ist. Doch sind wir auf diesem Weg eben nie wirklich allein unterwegs.

Kurz bevor es dann wirklich dem Ende des Albums entgegen geht, wird uns ganz überraschend nochmal ein Skasong um die Ohren gehauen. „Mimimuttersöhnchen“ besagt schon im Namen, gegen wen das Lied gerichtet ist. Doch selten war eine Ansage gegen jemanden in so ein Gute-Laune-Paket gepackt. Durch die Art und Weise wie die Nummer gemacht ist, bekommt man hier eher statt den üblichen Gefühlen von Hass und Abneigung, Freude und Spaß vermittelt. Dieses Paradoxon kann eigentlich nicht funktionieren- in diesem Fall tut es das aber, und zwar tadellos.

Sehr eindringlich beginnt der darauffolgenden Song, nachdem die Einleitung vorüber ist, geht es dann aber doch wieder äußerst spaßig voran. „Miss America“ ist eine sehr herzliche Warnung, sich nicht mit Frauen anzulegen. Und wenn ihr es doch tut, kann es passieren, dass ihr so endet wie es in diesem Lied beschrieben wird. Und glaubt mir, das wollt ihr wirklich nicht.

An vorletzter Stelle liefern uns die Musiker nochmal ein Glaubensbekenntnis an ihren Weg. Sie zählen auf, wer sie sind und wo sie herkommen. Wohin sie gehen? Ganz einfach: immer weiter voran und garantiert gehen sie dabei „Kein Zoll zurück“.

Das wirklich letzte Lied ist ein uns alter Bekanntes, welches in den Nachwirkungen als die Ausmaße der Geschehnisse rund um den G20 Gipfel in Hamburg und die damit einher gegangene Welcome to Hell – Demonstration, entstanden ist. Es ist die Kampfansage gegen all diese verrückten Spinner, die das ganze Chaos angestiftet haben und die Köpfe, welche dahinter stecken. All die aufgestaute Wut haben die Jungs hier kanalisiert und in dieses Lied gesteckt. „Macht euch endlich alle platt“ ist mit eine der härtesten Nummern des Longplayers und auch nochmal ein letzter Hammerschlag, der die Platte so hart wie sie begann auch beendet.


Fazit:
Nach knapp drei Stunden und 42 vollgepackten Songs kann ich nun endlich mein Resümee ziehen.
Ich hatte mir schon viele Gedanken darüber gemacht, wie ich es abschließend beschreiben sollte, doch letztendlich reicht meiner Meinung nach ein Wort aus, dieses Album zu beschrieben: grandios!
Wer es schafft seine Vorurteile und Vorbehalte gegenüber der Band (solche Sachen halt wie die bösen Worte Kommerz oder BILDplus) wegzulassen und sich auf die Musik sowie die Texte einzulassen, wird genauso wie ich in einen Bann geraten, aus dem man nicht mehr hinauskommt. Wenn ihr in dieses Album einmal richtig hinein gehört habt, lässt es euch nicht mehr los.

Nach all dem bin ich nun auch auf die kommenden Konzerte gespannt. Frei.Wild sind nämlich auf großer Rivalen und Rebellen Tour quer durch die Republik und darüber hinaus unterwegs:

29.03. Osnabrück (nur für Mitglieder des FWSC)
30.03. Pratteln, CH
31.03. Pratteln, CH
01.04. Wien, AT
02.04. Brixen, IT
10.04. München
12.04. Oberhausen
13.04. Bremen
14.04. Hamburg
15.04. Berlin
16.04. Leipzig
18.04. Erfurt
19.04. Nürnberg
20.04. Riesa
21.04. Frankfurt Frankfurt
25.04. Kiel
26.04. Hannover
27.04. Düsseldorf
28.04. Freiburg

Des weiteren spielen sie wie jedes Jahr als Headliner auf dem Alpen Flair und darüber hinaus auf dem, in diesem Jahr erstmals stattfindenden, Festival Rock dein Leben. Natürlich nicht zu vergessen an dieser Stelle ist das Beach Flair.

„Wir bringen alle alle alle alle um
Wir bringen alle alle alle alle um
Um eine echte beschissene Zeit, haben unseren Kreuzzug nie bereut…
Wir bringen alle alle alle alle um
Wir bringen alle alle alle alle um
Um Angst, um Hass, um Idiotie, wir sind die beste Therapie!“

Dor Alex
AGF-Radio