Erstellt von Perli am 17.08.2019

Kneipenterroristen - Alte Schule / VÖ: 12.07.2019 via Remedy Records

Zum 20. Geburtstag feiert man ja so richtig, und wer sich noch erinnern kann
(oder ihn vielleicht noch vor sich
hat), der 20. ist was Besonderes-  da fließen viele Flüssigkeiten.
Und auch wir waren eingeladen, zu eben diesem Jubiläum der
Kneipenterroristen.
Diese haben ihren Ehrentag musikalisch mit der neuen Platte
Alte Schule festgehalten.
Also auf ins
Partygetümmel:

 

Der titelgebende Opener „Alte Schule“ zeigt, dass sie genau von dieser nichts verlernt haben. Temporeiche Riffs, Double-Base, klarer und inhaltlich direkter Text über die wesentlichen Dinge im Leben. „Oldscholl ´till i die“ und das hört man auch.

Jetzt gilt es sich um die Getränke zu kümmern. Und was gibt es im Hause der Kneipenterroristen? Richtig, Holsten! Aber nicht irgendeines, es ist immerhin Geburtstag. Heute gibt es „Edel“. Mit schönem Tempo und einem Sound, der auch problemlos aus Frankfurt kommen könnte, wird das Tanzbein schnell bewegt und animiert. Prost!

Es kommen immer mehr Leute und wollen gebührend feiern. Alle singen mit im Refrain bei „Einkehr“, die Fete steigt und die Stimmung ist bei diesem Partysong kurz vor der Eskalation. Wir sollten eventuell die Location wechseln.

Also ab ins „Excalibur“, DIE Rockkneipe auf Malle, an die die Jungs viele Erinnerungen haben. Im schönen Hardrock-Stil wechseln sich Mitgröl- und Moshparts.

Mittlerweile ist die Geburtstagsparty soweit, die ersten meinen, wir wären prädestiniert für DSDS. Da schnappt sich Jörn das Mikro und mit einer Speedrock-Nummer dröhnt „Ein Song für Dich“ in unsere Ohren. Schöne Abrechnung mit dem Castingwahn. Ist ja gut, Ich setz mich wieder hin. wink

Zurück nach Hause und alle sind froh, als wir wieder „Bei uns im Norden“ sind. Wenn Manowar ein Lied über Norddeutschland machen würden, es würde genauso klingen. Das Ding wird live richtig knallen, denke ich.

Oh nein, irgendjemand hat die Jungs gerade gefragt, wie sie ihr Wochenende verbringen, wenn sie nicht gerade Geburtstag feiern. Die Antwort lautet einstimmig: „Auf die harte Tour“. Rollende Riffs untermalen hier Jörns eingängigen Gesang.

Fazit Hannes: 
Ein gewohnt stabiles Album der Hamburger zum Jubiläum. Wenn so steil schon der 20. wird, bin ich voller Freude auf den 25. Geburtstag. 

Das Album ist aber keineswegs schon fertig, ein bisschen was kommt noch, allerdings aus einer anderen Sicht! 

Lied Numero 8 ist quasi ihr musikalischer Übergang vom ersten in das zweite Jahrzehnt. Hiermit rufen sie die „Kneipenterroristen 2.0“ aus. Genauso wie sie die letzten 20 Jahre verbracht haben, werden sie auch die weitere Zukunft verbringen, und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

Wie auf jeder guten Party kommt irgendwann der Zeitpunkt, all den Wegbegleitern mal Danke zu sagen und auch ein paar lustige Geschichten aus der Vergangenheit zu erzählen. Mit „Auf die Kollegen“ ist genau dieser Punkt gekommen. Das Lied ist gleichzeitig eine Danksagung und ein kleiner Schwank aus dem doch sehr ausgeprägten Werdegang der Band. 

Und auch sie gibt es auf jeder Feier: diese Leute, die immer etwas deprimiert sind, weil etwas im Leben schief gelaufen ist. Damit dies die Stimmung nicht weiter trügt, spendieren uns die alten Thekenveteranen den Song „Spreng deine Ketten“. Eine energiegeladene, sehr eingängige Nummer, die dazu motivieren will, das Letzte aus sich raus zu holen und immer zu sich zu stehen. Das macht Mut und animiert wieder dazu, alles auf dieser Feier zu geben.

Die Party zieht sich weiter hin und langsam bleiben nur noch die Hartgesottenen übrig, die, die immer alles geben. Für genau dieses Klientel ist der Song „Das letzte Spiel“. Egal was das Leben sagt oder wie die Umstände sind, man gibt immer weiter alles und hält das Gaspedal auf Anschlag. Das Leben will genossen werden, denn so wie es auch hier im Lied beschriebe wird, endet dieses Spiel für jeden gleich. Irgendwann gewinnt der Tod sowieso. 

Quasi passend zu diesem Klientel, welches im vorherigen Absatz angesprochen wurde, also wie die Faust aufs Auge kommt nachfolgende Lobeshymne. Eines haben wir doch alle gleich, wir sind alles „Rocker“. Unsere Religion ist der Rock´n Roll und wir lassen uns von Keinem biegen oder brechen. 

Kurz vor Ende folgt ein Lobgesang auf ihre Heimat. „Hamburger Jungs“ ist ein Stück über die Lebensweise der Jungs aus dem hohen Norden. Allerdings wie bei jeder Hymne auf eine Stadt, kann man sich nur richtig damit identifizieren, wenn man auch dort wohnt oder sich zumindest stark verbunden fühlt. Egal wie, meiner Meinung nach feiert jeder diesen Song, und ich muss zugegeben, dass ich bei einigen Stellen doch sehr schmunzeln muss, besonders wenn es um das Thema Fußball geht. laugh

Jede Party geht irgendwann leider einmal zu Ende. So auch diese zu ihrem runden Geburtstag. Zum Schluss werden die Musiker nochmal ruhig und verabschieden sich mit einer Akustikversion ihres Songs „Auf die Kollegen“. Ein erneuter, aber nochmal etwas eindringlicherer Dank an alle Wegbegleiter. Zum Ende hin wird es aber doch noch kurz laut, wenn die E- Gitarre zum Einsatz kommt. Ein letztes Mal laut im Refrain und noch ein bretthartes Solo sorgen noch einmal für den letzten großen Knall, mit dem diese Party dann wirklich zu Ende geht.

Fazit Alex:
Wie es sich für ein großes Jubiläum gehört, muss man es ordentlich krachen lassen. Und genau so machen es die Kneipenterroristen auch, eben ganz nach dem Motto Alte Schule. Ein Album das vor Energie nur so strotzt und keine Wünsche offen lässt, so wie es sich für eine gute Party auch gehört. 

Hannes & Alex
AGF-RADIO