Erstellt von Perli am 12.09.2019

Brennstoff- Inferno / VÖ: 18.10.2019 via KB Records

„… doch aus 1000 kleinen Feuern wird ein großer Flächenbrand. 
Und es dauert nicht mehr lange, bis der Funken überspringt! ...“ 

Knapp zwei Jahre nach der letzte Platte Schlag auf Schlag steht nun der neue Longplayer von Brennstoff (gegründet 2011) in den Startlöchern. Das Ensemble aus St. Ingbert im Südwesten der Bundesrepublik (Saarland) veröffentlicht Mitte Oktober diesen Jahres ihr nun schon viertes Album Inferno mit insgesamt 1o Songs, einem Intro und einem Outro. 

Bandbesetzung:
Thomas - Gesang
Christian - Drums
Niklas - Gitarre
Andreas - Bass
Sven - Gitarre


Discografie:
Kostprobe (Demo/ Juli 2013/ Eigenregie)
Feuer fürs Benzin (März 2014/ Eigenregie)
Aufstieg und Neuanfang (Januar 2016/ Eigenregie)
Schlag auf Schlag (Juli 2017/ KB Records) 


Tracklist:

  1. Intro
  2. Inferno
  3. Kompromisslos
  4. Vergessen
  5. Das sind wir
  6. ZFKIR
  7. Warum
  8. Auf das Ganze
  9. Kampf
  10. Keine Toleranz (feat. Fabi & Rolle/ Restrisiko & InForm)
  11. In die Ewigkeit
  12. Outro

Instrumental bereiten uns die Musiker um Sänger und Frontmann Thomas in nicht mal einer Minute mit einem „Intro“ auf die kommenden zehn Tracks vor. 

hotporevo.net

Und dann begrüßen sie uns zu ihrem „Inferno“. Vom Songtitel lässt sich schon erahnen, worum es hier inhaltlich geht:
„... ein Inferno bahnt sich an, ihr habt ein Spiel begonnen, das man nur verlieren kann … die Welt steht bald in Flammen und sie nimmt uns alle mit...“. In dieser kranken Welt, regiert von korrupten Pennern, voller Gier und Ignoranz, ohne Gewissen und Reue für die nur das Geld zählt, und die uns für dumm halten, wird es Zeit, dass diese Menschen die Schuld auf ihren Schultern spüren, denn einzig sie allein sind verantwortlich für das Elend dieser Welt. Wieder einmal ein sehr passender und ausdrucksstarker Song, der die aktuelle Problematik dieser Welt treffender nicht beschreiben könnte. Aber auch hier von mir die Frage: was tut ihr selbst, um die Welt ein bisschen besser zu machen? 

„Kompromisslos“ mit emporgerichtetem Mittelfinger geht es weiter. Heute wie gestern, die Musiker von Brennstoff haben sich kein bisschen verändert! Sie sind und bleiben wer sie sind. 

Es folgt der erste veröffentlichte Song „Vergessen“. Ende Juli (26.07.2019) erschien hierzu ein >VIDEO<, gedreht mit Brennstoff Fans aus ganz Deutschland unter anderem auf dem Pfeffelbach Open Air Festival. Inhaltlich geht es darum, dass man sich mal ein Versprechen gab, immer für einenander einzustehen und den anderen niemals allein zu lassen, doch heute dreht man den Kopf zur Seite, schaut sich nicht mal mehr an und jeder geht seinen eigenen Weg. Im Songs selbst wird nicht klar, was der Grund hierfür ist, dies verdeutlicht nur das Video. 

„Das sind wir“ als Up Tempo Nummer gibt zu erkennen, aus welchem „Stall“ die Band kommt. Diese schnelle Nummer animiert zum mitgrölen, lässt aber auch genug Verschnaufpause, um Luft zu holen oder einfach abzupogen. 

Probleme zwischen Männern und Frauen?! Sowas gibt`s? Endlich spricht es mal jemand direkt aus: Männer haben kein Bock auf Romantik und allem, was dazu gehört, aber:  „ZFKIR“-  Zum Ficken komm ich rum. Ein sau geiler Song, der den Nagel auf den Kopf trifft. 

Ruhige Töne werden mit dem darauffolgenden „Warum“ angeschlagen. Die Ballade zaubert mir bereits in den ersten 45 Sekunden Gänsehaut, bevor Thomas überhaupt erst anfängt zu singen. Irgendwie lässt es erahnen, dass der Songs einen trifft. Und tatsächlich überrascht mich mein Koloss hier extrem! So gefühlvoll und eindringlich kenne ich ihn (zumindest gesanglich) sonst eher nicht. Vom Leben gezeichnet, Selbstzweifel und das Gefühl, völlig allein zu sein. Und das nur, weil man denk, jedem gefallen zu müssen? Aber WARUM? Niemand ist fehlerlos oder ohne Schuld, wichtig ist es, dass man sich selbst im Spiegel an sehen kann und sich selbst nicht belügt. 

Eine schöne klare Nummer folgt mit „Auf das Ganze“. Man erinnert sich zurück an die wunderbaren Momente mit den besten Jungs, und auf das, was einen zusammen geschweißt hat. Aus Freunden wurde Familie, ein starker Bund aus Respekt und Loyalität. Gleichzeitig richtet man aber auch mit Vollgas den Blick auf all das, was noch kommt – „... bis der letzte von uns geht ...“. 

Im neunten Track sagen Brennstoff einer Armee aus 1000 Ängsten den „Kampf“ an! Viele Menschen kämpfen täglich mit Zweifeln, Sorgen und Depressionen, hier ist eine mutmachende Botschaft: „... Schlag dich durch die Dunkelheit bis an den Ort, wo die Sonne wieder scheint! ...  nimm dein Schicksal in die Hand, befrei dich selbst und stell dich deinem Feind!  … halt durch, steh auf … sei stark, zeig Mut, denk nach und kämpfe! ...“.

„Keine Toleranz“ beginnt zunächst auch sehr ruhig, doch bereits nach der ersten Strophe wird die Gangart härter, schneller und lauter. Mit der Unterstützung von Fabi (Restrisiko)  und Rolle (InForm), findet man hier deutliche Worte für die Retortenstars, die nur machen, was sich verkauft und die für die Primetime „Schwänze lutschen“. Mal angemerkt: ein Slot am Mittag ist eh viel cooler! ;-) 

Bevor das vierte Kapitel mit einem instrumentalen „Outro“ schließt, sagen Brennstoff mit „In die Ewigkeit“ nochmal Danke. „... Solang wir nicht verrotten, bleiben wir euch treu! ...“ Doch die fünf Jungs kündigen direkt an, dass sie wiederkommen, denn Futter gibt’s genug und ohne den Hass und die Musik droht ganz schnell der Entzug - also bis zum nächsten Stück!


Fazit: Erste Stimmen sind durchweg positiv, hab ich mir sagen lassen, und auch ich kann mich dem nur anschließen.
Ich bin begeistert und find es persönlich ganz stark, dass sich eine Band wie
Brennstoff, die sonst eher so in die Sparte Party, Oi! und saufen eingeordnet wird, solchen ernsten und wichtigen Themen widmet („Inferno“, „Kampf“). Man könnte meinen, dass hier ein Reifungsprozess stattgefunden hat, dann aber wird einem „kompromisslos“ entgegen geschmettert, dass die Band sich keineswegs ändert wird. Und das ist auch gut so! 

 „... Es gibt tausende Geschichten, wir haben wahrlich viel erlebt. 
Und mit Vollgas geht es weiter, bis die ganze Erde bebt! ...“

Perli
AGF- RADIO